Faszination Farming Simulator

 

Durch den Release von Pure Farming 2018 vor kurzem, bin ich wieder auf das Thema Farming Simulatoren aufmerksam geworden und möchte deshalb dem Phänomen auf die Schliche kommen. Farming Simulatoren haben mit klassischen Blockbuster Videospielen wie Battlefield, Fifa oder Call of Duty wenig gemein, trotzdem sind sie oft an der Spitze der Topseller auf Steam zu finden.

Was macht also den Reiz von Farming Simulatoren aus und wie schaffen sie es mit diesem ungewöhnlichen Konzept ganz oben in die Charts?

Ich habe nie selbst einen Farming Simulator gespielt. Dafür habe ich 115 Stunden meiner Lebenszeit in Stardew Valley verbracht. Stardew Valley ist stark an die alten Harvest Moon-Teile angelehnt und verbindet Aspekte der Landwirtschaft mit Crafting, Dorfleben und dem Kampf gegen Monster. Wir haben es also nicht mit einer klassischen Landwirtschafts-Simulation zu tun, aber trotzdem haben beide eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie sind unglaublich entspannend!

Es ist wie eine Pause, ein kleiner Urlaub in die virtuelle Welt, wo die Zeit etwas langsamer läuft. Man verliert sich in den monotonen Tätigkeiten und kann einfach abschalten, in Ruhe die nächsten Schritte planen und Tag für Tag seinem Geschäft nachgehen, denn es gibt immer etwas zu tun!

Die Landwirtschaft bietet zahlreiche Tätigkeiten, sodass dem virtuellen Landwirt niemals langweilig wird. Es müssen Äcker bestellt werden, geplant was gesät werden soll, Arbeiter angestellt, Aufgaben zugewiesen und vieles, vieles mehr. Auch die Aufzucht von Kühen, Hühnern und Schweinen ist mittlerweile möglich, wodurch das Aufgabenfeld nochmals erweitert wird.

Dadurch ist der Spieler stets beschäftigt, obwohl der Simulator als Endlosspiel designt ist, ohne festes Endziel. Es gibt keine Endbosse zu legen, keine Rangliste zu erklimmen und keine feste Storyline zu verfolgen. Die Story schreibt der Spieler selbst, da er durch seine Taten über Erfolg oder Misserfolg des Bauernhofes entscheidet. Dieser Aspekt hat auch schon damals Minecraft zum Erfolg geführt. Der Spieler hat fröhlich Klötzchen auf Klötzchen gesetzt und so immer größere, bessere Gebäude und Strukturen erschaffen. Das alleine hat gereicht, um Spieler hunderte von Stunden an den PC zu fesseln. Bei Farming Simulatoren wird die Motivation ähnlich generiert. Der Spieler möchte immer größeres Land, mehr Tiere und bessere Landmaschinen.

Der Landwirtschaftssimulator 2017 stellt mit über 200 Landmaschinen von über 70 Marken und Herstellern einen beachtlichen Fuhrpark auf die Beine. Aber bedeuten mehr Maschinen auch mehr Spielspaß? Traktoren und Mähdrescher von realen Herstellern sorgen vor allem für eine tiefere Immersion in das Spielerlebnis, was den Spieler schnell die Zeit vergessen lässt, wenn er sein Bauernhof-Imperium aufbaut und Geld für den neuen Traktor verdienen möchte.

Echte Marken im Spiel sorgen auch für mehr Realismus. Zwar können die Prozesse eines Bauernhofes nicht 100% realistisch dargestellt werden, aber es reicht vollkommen aus, wenn sie logisch aufgebaut sind, damit das Gefühl von Realismus vermittelt wird. Durch das Bearbeiten der Acker und das Managen des eigenen Hofes stellt sich schnell das Gefühl von Arbeit ein. Im Gegensatz zu echter körperlicher Arbeit kann diese aber ganz entspannt vor dem heimischen PC verrichtet werden. Das führt dazu, dass der Spieler ein Gefühl von Erfüllung bekommt, er hat etwas geschafft, etwas geleistet!

Die Pflanzen wachsen, den Tieren geht es gut und am Ende des Tages ist auch noch genug Geld für den neuen Mähdrescher auf dem Konto. Das Gefühl etwas erreicht zu haben ist auch hier, wie bei jedem anderen Videospiel, ein riesen Motivationsfaktor.

 

Fazit

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, haben Farming Simulatoren sehr ähnliche Anreize zu bieten, wie andere Videospiele. Anstatt mit Schwertern, Äxten, Magie oder Maschinengewehren Monster zu zerlegen oder die Welt vor dem ultimativen Bösen zu retten, wird hier in aller Ruhe Getreide angebaut und die Tierzucht gefördert. Ich kann mittlerweile vollkommen verstehen, warum Menschen Spaß an Farming Simulatoren haben, trotzdem bleibt die Frage warum diese Spiele so außergewöhnlich hohe Verkaufszahlen haben.

Darauf habe ich bis jetzt noch keine Antwort gefunden, aber sobald ich mehr weiß, werde ich es mit euch teilen!

 

Hast Du schon mal einen Farming Simulator gespielt?

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