Die Kunst des Storytellings in Videospielen

 

 

Wer hin und wieder mal ein Videospiel spielt, weiß, dass eine gute Story in vielen Spielen ein essentieller Teil der Erfahrung ist. In diesem Artikel möchte ich gerne näher darauf eingehen, was Storytelling in Videospielen ausmacht, wie der Spieler die Story erlebt, welchen Einfluss eine offene Spielwelt auf die Geschichte hat und was die Zukunft fürs Storytelling bereithält.

Also ab in den Sessel, macht Euch einen warmen Kakao und viel Spaß bei der Geschichte vom Storytelling.

 

Was unterscheidet Storytelling in Videospielen von anderen Medien?

Schon lange bevor es Videospiele gab, wurden Geschichten erzählt. In Form von Höhlenmalereien, Minnesängern, Büchern, Filmen, Serien und anderen Medien. Durch Videospiele wurde der Kunst des Storytellings eine neue Dimension verliehen: die Interaktivität.

Im Gegensatz zu anderen Medien ist der Spieler in Videospielen ein Teil der Welt und kann die Geschichte interaktiv miterleben, oft sogar durch seine Aktionen mitgestalten. Die aktive Interaktion mit NPCs (non-player characters) und der Umwelt ermöglicht eine Immersion, die es bei anderen Medien nicht gibt.

Der Gamer übernimmt die Rolle eines Charakters in der Welt, wodurch alle Events direkt oder indirekt auf ihn zurückzuführen sind. So kann der Spieler eine emotionale Bindung zu anderen Charakteren und der Welt aufbauen, wodurch die Emotionen der Story intensiver erlebt werden können. Das gilt für alle Emotionen. Von Glück, über Frustration, bis hin zur Traurigkeit ist alles dabei und spürbar.

Die Progression des eigenen Charakters, der NPCs und der Spielwelt und die damit verbundenen Emotionen machen den Spieler neugierig auf mehr. Sie wollen wissen, was als nächstes passiert und wie die Spielwelt darauf regieren wird.

So wird eine Story erzählt, bei der der Gamer im Mittelpunkt der Geschehnisse steht und darum sind Videospiele meiner Meinung nach das beste Medium, um emotionale Geschichten zu erzählen.

Der Spieler hat die Möglichkeit die Story zu beeinflussen

Heutzutage ist es bei immer mehr Spielen möglich den Lauf der Story aktiv, durch Dialogoptionen oder Aktionen, zu beeinflussen. So wird dem Spieler nicht einfach eine vorgefertigte Storyline vorgesetzt, sondern der Spieler kann selbst entscheiden wohin die Reise gehen soll. Möchte ich diesen NPC verärgern und eventuell einen Kampf mit ihm anfangen oder stelle ich mich lieber gut mit ihm?

Solche Entscheidungen sind mittlerweile gang und gäbe in Videospielen. Wie sehr man allerdings die Geschichte beeinflussen kann (und ob das überhaupt möglich ist), ist dabei von Spiel zu Spiel unterschiedlich.

Bei The Walking Dead: Season 1 von Telltale Games gibt es die Möglichkeit den Lauf der Story durch verschiedene Gesprächsoptionen zu verändern, dabei muss man sich oft für oder gegen eine Person entscheiden und Stellung beziehen. Bei den wohl krassesten Entscheidungen im Spiel entscheidet der Gamer über Leben oder Tod eines seiner NPC-Mitstreiter und das in der Regel unter Zeitdruck.

Solche Entscheidungen zu fällen ist nicht einfach, denn man hat mit diesen Figuren eine Reise erlebt, bei der man durch dick und dünn gegangen ist. Selbst wenn man einen der NPCs von Anfang an nicht besonders mochte, hat es dennoch einen komischen Beigeschmack für sein Ableben mitverantwortlich zu sein.

So in die Story eingebunden zu sein ruft bei mir Emotionen hervor, die ich in Filmen oder Büchern noch nicht erlebt habe. Das ist natürlich meine persönliche Erfahrung, welche von Person zu Person unterschiedlich sein kann. 😊

 

Open World Storytelling

Bei Open WorlD Spielen kommt in Sachen Storytelling nochmal eine ganz neue Komponente ins Spiel. Hier hat der Spieler die freie Wahl, was er als Nächstes tun oder lassen möchte. So kann er die Geschichte in seinem eigenen Tempo vorantreiben.

Der Gamer hat in der Regel die Wahl zwIschen Hauptquests, Nebenquests oder zahlreichen anderen Beschäftigungen in der Spielwelt. Eine Runde Poker in Red Dead Redemption oder ne runde Golf bei GTA? Überhaupt kein Problem! Wie sich der Charakter und die Welt entwickeln, ist hier dem Spieler selbst überlassen.

Meiner Meinung nAch steckt diese Form des geschichtenerzählens allerdings noch in den Kinderschuhen. Ich würde gerne Welten erleben, die nur minimal an eine festgelegte Storyline gebunden sind und in der der Spieler die Geschichte durch seine Spielweise und Entscheidungen wirklich selBst formt.

Das ist zurzeit allerdings ein utopischer Gedanke, da NPCs nicht in der Lage sind wie echte Menschen zu handeln und auf DiaLogoptionen und Bestimmte Tätigkeiten beschränkt sind. Dadurch ist auch die Dynamik der Welt eingeschränkt und fühlt sich eben nicht wie eine reale, sondern wie eine Videospielwelt an.

Und das ist auch vollkommen okay so wie es ist. Mein kleines Gamerherz würde sich allerdings in Zukunft auf dynamischere Welten mit mehr Interaktionsmöglichkeiten freuen. Habt ihr Gedanken dazu? Lasst mir gerne einen KOmmentar da!

 

Ein kleiner Ausblick in die Zukunft

 

 

Mit neuer Technik stehen den Entwicklern auch neue Möglichkeiten offen. Die Grafik und Physik in Spielen wird von Jahr zu Jahr realistischer, wodurch eine größere Immersion in die Welten ermöglicht wird. Und wer weiß, vielleicht haben wir es schon in naher Zukunft mit fotorealistischen Videospielen zu tun.

Aber auch die Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) kommen langsam aber sicher in der Videospiel-Welt an. Noch ist die Technik nicht ausgereift genug, um umfassende Erlebnisse zu bieten. Es mangelt zum Beispiel an Grafikpower und leichten, komfortablen Endgeräten für das VR Erlebnis. Um die AR richtig nutzen zu können bräuchte man tragbare Endgeräte mit mehr Power und längerer Akkulaufzeit. Ich denke da zum Beispiel an Google-Glasses mit mehr Leistung.

Aber auch das ist nur noch eine Frage der Zeit. Das Storytelling wird sich durch neue Technik und Möglichkeiten stets weiterentwickeln und ich bin sehr gespannt, was die Zukunft zu bieten hat!

 

Fazit

In Videospielen ist der Gamer ein Teil der Welt und somit mittendrin statt nur dabei, wenn sich die Geschichte entfaltet. Das sorgt für eine größere Immersion und dadurch eine stärkere emotionale Bindung zu NPCs, Spieler Charakter und der Spielwelt.

Zudem kann der Spieler den Fluss der Story oft beeinflussen, um ein ganz persönliches Spielerlebnis zu erfahren, welches von dem Erlebnis anderer Spieler abweicht. Außerdem hat er durch offene Spielwelten die Möglichkeit, die Story in seinem eigenen Tempo voranzutreiben.

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Thema? Welches Spiel hat bei Euch die größten Emotionen hervorgerufen? Glaubt ihr, dass neue Techniken wie VR und AR den Spielemarkt umkrempeln werden?

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